Thema
Demokratien sind in eine Krise geraten, in der rechtspopulistische Bewegungen erstarken, die mit autoritärer Herrschaft Staat und Gesellschaft gravierend verändern wollen. Während Demokratien bei allem Streit um die Macht Menschen nicht demütigen, lebt autoritäre Herrschaft davon, die einen zu demütigen, um die anderen auf ihre Seite zu ziehen. Nicht zuletzt die christliche Religion ist in dieser Auseinandersetzung zu einem umkämpften Feld geworden, stellt sie doch traditionell eine Macht dar, die zu Demütigungen bereit ist. Zugleich lebt sie aber vom Glauben an einen Gott, der gerade den Gedemütigten beisteht. Ist dieser Gott an die autoritären Zugriffe christlicher Religiosität gekettet oder lässt sich mit ihm dem rechtspopulistischen Zugriff auf Religion widerstehen? Wenn ja, ist Gott also ein Demokrat?
Referent
Prof. Dr. Hans-Joachim Sander (em.)
Universität Salzburg
Kontakt
Dr. Jean-Marie Weber
Assistenzprofessor (in Rente) und Psychoanalytiker, Universität Luxemburg
Der Vortrag findet im Rahmen der Reihe Fortschritt und Regression in unserer Gesellschaft statt. Die Vortragsreihe wird organisiert von der Arbeitsgruppe ‚Humanities & Religion‘ der Universität Luxemburg. Zu den Mitgliedern der Gruppe gehören Gerhard Beestermöller, Jean Braun, Roger Davids, René Gonner, Peter Voss und Jean-Marie Weber.
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