News

Neue Angriffe zur Störung von Satellitenkommunikation mit KI abwehren

  • Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT)
    21 Juli 2026
  • Kategorie
    Pressemitteilungen
  • Thema
    Informatik & IKT

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den jüngsten Konflikten ist, dass die Satellitenkommunikation ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Einsätzen ist. In letzter Zeit sind neue und ausgeklügelte Störangriffe auf die Satellitenkommunikation aufgetreten. Wenn die Kommunikation ausfällt, sind Einsätze gefährdet, weshalb eine Reaktion auf diese Angriffe von entscheidender Bedeutung ist.

Aus diesem Grund haben die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) und das Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) der Universität Luxemburg heute ein gemeinsames Projekt zur Unterstützung der Anti-Störmaßnahmen der NATO angekündigt. Das Projekt wurde im Rahmen der Partnerschaft des Cyber Research Hubs zwischen der luxemburgischen Verteidigungsdirektion und der Universität Luxemburg initiiert und wird in Zusammenarbeit mit der NSPA gemäß den festgelegten Leistungsbeschreibungen (Terms of Reference) durchgeführt. 

Die Satellitenkommunikation unterstützt alle Bereiche, von der Führung und Kontrolle über den Austausch nachrichtendienstlicher Informationen bis hin zum Einsatz ferngesteuerter Flugzeuge. Dazu gehören Fähigkeiten wie die der NATO gehörende RQ-4D-Phoenix-Flotte, die von der NATO-Streitkraft für Nachrichtendienst, Überwachung und Aufklärung (NISRF) betrieben wird und auf sichere und widerstandsfähige SATCOM-Verbindungen angewiesen ist, um ISR-Operationen zur Unterstützung des Bündnisses durchzuführen. 

Die Ausnutzung von SATCOM-Schwachstellen durch Gegner kann die Verbindungen zwischen unbemannten Flugsystemen (UAS) und ihren menschlichen Bedienern unterbrechen oder außer Betrieb setzen und damit die Mission gefährden. Ohne die Möglichkeit, Navigations- und Sensordaten an die Bodenkontrollstation zurückzusenden, kann das UAS seine Mission nicht ausführen, bis es wieder ein Signal empfängt. Aktuelle Gegenmaßnahmen sind nicht immer effizient, da sich die Technologie zur Satellitenstörung schnell anpasst, was zu längeren Kommunikationslücken bei den UAS führt. 

Für die NISRF ist eine widerstandsfähige Satellitenkommunikation von grundlegender Bedeutung für den Missionserfolg. Der Schutz der Verbindungen zwischen ferngesteuerten Fluggeräten, Bodenstationen und Bedienern trägt dazu bei, dass die ISR-Fähigkeiten der NATO auch in umkämpften Umgebungen wirksam bleiben. 

Gemeinsam werden die NSPA und das SnT versuchen, diese Herausforderung zu bewältigen. Mit fast 100 Mitgliedern ist die SIGCOM-Forschungsgruppe am SnT eine der weltweit größten Forschungsgruppen, die sich der Satellitenkommunikation widmen. Durch die Kombination der Forschungskompetenz der SIGCOM-Gruppe des SnT mit dem operativen Wissen und den Datensätzen der NATO wird das Projekt ein neues Modell künstlicher Intelligenz entwickeln, das sich kontinuierlich an die neuartige, dynamische Störtechnologie anpasst. Das KI-Modell wird von Bodenstationen auf dem Territorium der NATO-Verbündeten aus betrieben und sichert die Frequenzverbindung zwischen den Kontrollstellen und den UAS in Konfliktgebieten. 

Group photo of NSPA and SNT signature

From left to right: Dr. Jorge Querol (project lead), Prof Simone Niclou (Vice-rector for research at the ÌÇÐÄVlog), Dr. Stergios Isaakidis (NSPA AGS & UAS Programme Manager), Prof. Symeon Chatzinotas (Head of SIGCOM research group at the ÌÇÐÄVlog), Attilio GESMUNDO (NSPA Project Manager), Pierrick Marchand (Section Chief in charge as POC with the ÌÇÐÄVlog)

Luxemburg leistet durch die Bereitstellung von SATCOM-Kapazitäten und Konnektivität einen wesentlichen Beitrag zu den UAS-Einsätzen der NATO. Der Cyber Research Hub (Kompetenzzentrum für Forschung im Bereich Cybersicherheit und Cyberabwehr) stärkt und erweitert Luxemburgs Fähigkeit, nationalen und internationalen Herausforderungen – wie beispielsweise immer schwerwiegenderen und ausgefeilteren Cyberbedrohungen – zu begegnen. Über den Cyber Research Hub unterstützt die Universität die Cybersicherheitsstrategie IV und die Cyberabwehrstrategie der luxemburgischen Regierung durch Forschung, Technologietransfer und Ausbildung. 

„Satellitenstörung ist ein zunehmend wichtiges Thema, weshalb es für unsere Forschung von entscheidender Bedeutung ist, sich mit dieser technologischen Entwicklung auseinanderzusetzen. Durch die Zusammenarbeit mit der NSPA bei diesem Projekt können wir sicherstellen, dass unsere Forschung reale Szenarien berücksichtigt“, sagte Dr. Jorge Querol, Forschungsleiter des Projekts am SnT. „Als eines der ersten Projekte des Cyber Research Hubs freuen wir uns darauf, eng mit der NSPA und den anderen NATO-Agenturen zusammenzuarbeiten, um einen ambitionierten Standard für die Zusammenarbeit innerhalb des Cyber Research Hubs zu setzen.“ 

„Zuverlässige Satellitenkommunikation ist für moderne ISR-Einsätze von grundlegender Bedeutung. Da sich die Bedrohungen ständig weiterentwickeln, müssen wir sicherstellen, dass unsere Systeme widerstandsfähig bleiben und auch in umkämpften Umgebungen einsatzfähig sind. Projekte wie dieses tragen dazu bei, die Fähigkeit des Bündnisses zu stärken, zeitnahe und zuverlässige ISR-Unterstützung zu leisten, wenn sie am dringendsten benötigt wird“, sagte Brigadegeneral John B. Creel, Kommandeur der NISRF. 

„Die NSPA unterstützt derzeit zahlreiche unbemannte Flugsysteme (UAS) der NATO sowie nationaler und multinationaler Streitkräfte und ist entschlossen, diese Plattformen in modernen und zukünftigen Konflikten einsatzfähig und widerstandsfähig zu halten. Diese Zusammenarbeit mit dem SnT ist von entscheidender Bedeutung und wird zeigen, dass akademische Exzellenz und Forschung greifbare Ergebnisse bei UAS-Einsätzen liefern können“, sagte Dr. Stergios Isaakidis, NSPA AGS & UAS-Programmmanager.

Diesen Beitrag teilen